Gauklerspiele
Feuertanz

Der Winter hielt das Land immer noch fest in seinem Griff - Bitterkalt waren die Nächte und nicht minder unangenehm die Tage, an welchen sich nur hin und wieder die Sonne ganz sacht sehen ließ. Müde Strahlen tanzten zwischen grauen Schneewolken herab und doch war es kaum möglich, sich's Näschen von diesen kitzeln zu lassen: Kälte und Frost beherrschten die Umgebung noch zu sehr. Dem regen Treiben der Stadt tat das jedoch keinen Abbruch, denn man wollte trotzdem leben und mit allen Mitteln dem Winter trotzen. Der Markt war gut besucht und doch - wer blieb schon länger draußen als unbedingt nötig? War man nicht froh, so schnell wie nur möglich wieder in die Wärme der eig'nen Vier Wände zurückzukehren, um sich an den Kamin zu setzen und die klammen Finger wieder spüren zu können? Eine warme Tasse Tee wartete sicher, und - wer hatte - konnte auch in die Geborgenheit der Familie zurückkehren.

Es waren also alles and're als perfekte Bedingungen für's Gauklermädchen. Kaum jemand wollt' sich fesseln lassen - Doch hinzu kam, dass auch ihr nicht der Sinn danach stand. Schmerzen tat der linke Knöchel noch immer und man wollt' 's Stimmchen schonen, welches doch tatsächlich kratziger klang als sonst. Die zwei, drei Tage Ruhe im Heim des Gauklers, die man sich schlich gegönnt hatte, hatten gut getan und man war auch mit seinem Gewissen wieder im Reinen, doch - Was nun tun? Der Rotschopf hat' sich nicht sehen lassen und man war doch .. dankbar dafür? Sicher - Man hatte seine Hilfe angenommen und 's Köpfchen war auch zum Schluss gekommen, dass nichts bess'res hät' passieren können, aber ob man dem and'ren vertrauen wollt' - Das musst' sich erst noch zeigen. Denn dieser Dorn, der die Erinnerung an die Kupferkrone repräsentierte, schmerzte hin und wieder .. Er hatte Kenneth angegriffen, einfach so, und hatte sie mitgenommen .. Ohne auf ihren Willen zu achten, ohne auch nur ansatzweise vertrauenserweckend zu wirken! Aber das Angebot stand auf der and'ren Seite, zusammen mit dem Schlüssel, der nun gut verstaut in einem der Beutelchen am Gürtel hing und Sicherheit versprach. Man wollt' sich nicht abhängig machen und würd' sich auch nicht einnisten wie ein Kuckuckskind, aber es beruhigte 's Seelchen doch auf undefinierbare Weise. Und doch .. doch musst' nun erstmal etwas her, mit dem man sich revanchieren konnt'. Denn der neue, warme Wollmantel, der sich eng an die Schultern schmiegte und der Kälte trotzend den zierlichen Leib einhüllte, ward auch nicht mit eig'nem Gold bezahlt, sondern mit jenem vom Gaukler. Doch so ließ 's sich gleich deutlich besser draußen aushalten, wagte man gar wieder lange Streifzüge, bevor die eine oder and're Taverne besucht wurd' .. Einige Münzen hat' man noch zurückbehalten, der Winter war schließlich noch nicht vorbei.

So wurd' weiterhin auf die zündende Idee gewartet, um sich angemessen bedanken zu können, während die kleine Gestalt sich einen unsichtbaren Weg an der Stadtmauer entlang schlängelte, dem Gassengeflecht folgte und auf der Suche nach allem und nichts war. Der Nachmittag war noch jung, die Sonne würd' hoch am Himmel stehen - doch dichte Wolken verhinderten die Sicht, machten es unmöglich Hoffnung im Licht zu tanken. Aber man hat' auch kein Auge dafür, musterte vielmehr die Umgebung, die man hier und da kannte - um sich im nächsten Moment doch wieder an einer Häuserecke wiederzufinden, die dem Mischblut fremd erschien. 's Köpfchen kam auch weiterhin nicht zur Ruh', die Hirnwindungen arbeiteten fleißig und so vergaß man gar's Lächeln - Selbst wenn sie wieder in der Lage dazu war. Ehrliches, klares Schmunzeln .. Doch 's würd' eh niemand sehen, nicht wahr? Abgesehen von den Stadtwachen wohl, welchen man sich mehr oder weniger näherte - denn plötzlich tat sich's mächtige Stadttor vor der Rothaarigen auf. Unschlüssig verharrten die Füße, huschten die Äuglein hinaus in die Wildnis, dann über die Schulter hinweg zurück in die Enge der Stadt .. Und so wartete man, überlegte - Hoffend, dass die Entscheidung gleich gefällt wär'..

Alathes am 12.3.10 11:43


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