Gauklerspiele
Freigeist

Kalter Wind zerzaust die schmutz’gen, vollkommen durchnässten Gewänder, die eng an der Haut des Mannes kleben, der sich durch das Dickicht des finst’ren Waldes rund um die Stadt schlägt… Eng sind die Arme um den Leib geschlungen, durchgefroren und abgemagert wirkt der ganze Körper. – Der Winter hat dem Spielmann hart zugesetzt. Viel zu selten hat er es in dieser Stadt geschafft, zu spielen um sich sein tägliches Brot zu verdienen… Und so gab’s halt kein Brot. Er weiss nicht, wie lang’ er es so hält, täglich in den Wald zu gehen, doch auch dort findet sich nichts Nahrhaftes mehr. Ein paar Nüsse, die die Eichhörnchen vergraben hatten, hatte er zwar täglich gefunden, doch nie ist er wirklich satt geworden…

Der Spielmann hat halt nicht das Glück gehabt, Gönner zu haben, die ihm eine Unterkunft gewährten. Sein Geld war aufgebracht, seine Instrumente kaum zu benutzen, dazu gab’s doch sowieso niemanden, der ihn zuhören würde. – Ach wie er diese Jahreszeit hasst. Er will, dass wieder Frühling wird, gar Sommer, wo man ungestört durch die Landen ziehen kann, hier spielen kann, mal dort spielen kann… Und man hat immer genug Geld in den Taschen. Doch diesmal hat er’s wahrlich versäumt, sich eine Unterkunft zu suchen. Zwar gibt’s in der Nähe der Stadtmauer, in der entgegen gesetzten Richtung aus der der Feuertanz kommt, außerhalb natürlich, eine kleine Hütte aus Holz. Auch wenn’s dort etwas zieht, so hat er dort einen Unterschlupf gefunden… - Ein paar and’re Wesen der Stadt kommen ebenfalls dorthin, meistens Bettler, doch er wurde aufgenommen. Sie sitzen dann um das Feuer herum, doch niemals ist ihm wirklich warm geworden, viel zu tief sitzt die Kälte in seinem Körper fest… - Doch er hatt’ sich rausgetraut aus dem Unterschlupf, sich irgendwie bewegen, denn wenn man den ganzen Tag nur in der Hütte sitzt, so ist das auch nicht wirklich praktisch… Doch das schlimmste für den Mann ist’s eigentlich, dass er sich eine Erkältung zugezogen hat, die ihm nun ziemlich zusetzt… Seine Nase leuchtet ziemlich rot, da er behelfsmäßig sich ein Stück seiner Hose abgeschnitten hat und dies nun als Taschentuch benutzt, doch das ist ein grober Stoff

Eine Hand an der Wand, damit sein Körper nicht in Versuchung gerät umzukippen, schleicht er sich dort entlang, gerade auf das Stadttor zu. – Auch wenn er es selbst sicherlich nicht einsehen will, diesen Winter hat’s ihn ganz schön erwischt. Doch wenn er sich jetzt irgendwo ruhig hinsetzt und versucht die Krankheit auszukurieren, dann würde nur der Tod seine eisig kalten Hände nach dem ausstrecken und ihn nicht mehr loslassen. Zu oft geschieht’s doch, dass Obdachlose wie er auf der Straße erfrieren, doch das möchte er nicht, auch wenn er… Ja, wenn er dann endlich Rhianna wiedersehen könnte. – Die Umgebung verwischt vollkommen vor den Augen des Spielers, er nimmt sie gar nicht mehr wirklich wahr, achtet auf rein gar nichts. Den Sack mit den Instrumenten hat er wie immer bei sich, sie sind seine Schätze, die er hütet wie nichts anderes. Nur seine Schwester hätte er so beschützt, doch sie mit einem Instrument zu vergleichen ist unter ihrer Würde, war sie dann doch viel wertvoller.

Langsam fallen ihm die Augen zu, er taumelt kurz, schafft es jedoch sich noch rechtzeitig an die Wand zu lehnen um dort den nötigen Halt zu suchen… Der Sack mit den Instrumenten rutscht ihm aus der Hand, landet jedoch verhältnismäßig weich, da er durch eine dicke Schicht Schnee gestapft ist. Ein Husten, dass seinen ganzen Körper durchrüttelt, man kann’s sicherlich bis hin zum Stadttor hören, liegt das doch mittlerweile im Blickfeld des Spielmanns…

12.3.10 17:43
 
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