Gauklerspiele
Feuertanz

Wenn die Kraft eines Wandersmannes versiegt ist - Wenn nicht einmal mehr die Energie bleibt, um die Lider offen zu halten und halbwegs aufrecht stehen zu bleiben .. Dann ist's um dieses Wesen wirklich schlecht bestellt.. Denn welcher Mensch ist mit den Bedingungen der Welt besser vertraut und darauf eingestellt? Welcher Zeitgenosse hat mehr mitgemacht, weiß um die Bedingungen in der Natur besser Bescheid als ein solcher, der stets und ständig unterwegs ist? Der Körper ist an rastloses Dahinschreiten gewohnt, kann gar prächtig umgehen mit kürzeren Sprints, die einen schneller ans Ziel bringen - Um vor Heschern zu flüchten oder vielleicht einfach nur noch vor Sonnenuntergang die schäbige Schenke zu erreichen. Wind und Wetter haben ihm nichts an - Bis zu einem bestimmten Punkt, wie sich nun wohl am Beispiel beider Spielleut' festmachen lässt. Denn's Mischblut war auch noch verschnupft, kämpfte mit einer abklingenden Erkältung und dem linken Knöchel, der bei längerer, intensiverer Belastung weiterhin an die Katzenjagd erinnerte. Ansonten hat' man den Winter ganz gut überstanden - Trotz der Übernachtungen im Wald. Anders da der Pfeiffer, dem man sich nun gegenübersah und der so furchtbar mitgenommen wirkte, dass es ihr kalte Schauer über den Rücken jagte. Hilflosigkeit. Wieder ist man mit jener konfrontiert .. Doch endlich - endlich! - kennt man denjenigen .. Man weiß um seinen Charakter - In gewisser Hinsicht, denn ein Angehöriger des fahrenden Volks wusste einen and'ren bis zu einem gewissen Punkt einzuschätzen. Im Kern waren sie alle gleich, nicht wahr? Und so mag man keinerlei Zweifel hegen und die Frage, ob man nun helfen sollt' oder lieber so schnell wie nur möglich wieder das Weite suchte, stellte sich erst gar nicht.

Beinah' ohnmächtig beobachtete 's Gauklermädchen da erst aus der Ferne, wie's ihn aus der Vertikalen dahinraffte. Doch gerade jener Anblick beschleunigte alsdann die Schritte, mit denen man sich ihm näherte und auch's Mundwerk behielt man noch unter Kontrolle. Frei war's Köpfchen von bohrenden Fragen und beißender Neugierde - In diesem Falle sah man schlicht, was los war und dass sich alles auf den Winter schieben ließ. Der Kerl war wohl etwas zu optimistisch an die Jahreszeit herangegangen - ganz so, wie man selbst - und nun bekam er zum Schock beider die Quittung dafür. Ohne zu zögern ließ man sich vor ihm auf die Knie nieder, hockte sich seitlich der ausgestreckten Beine und ließ auch die Hand nicht mehr los, um die sich die warmen Fingerchen schlangen. Man wollt' den Halt geben, der scheinbar benötigt wurd' - Denn nichts and'res ließen sie die Worte schließen .. Unzusammenhängend, scheinbar im .. Fieberwahn. Rhianna? Wer war Rhianna? .. Eine verflossene Liebe? Eine Bekanntschaft auf der langen Reise, die das Spielmannsleben prägte? Oder - mehr? Gingen die Gedanken bis hin zur familiären Verbindung, zum Schwesterchen, das er hier scheinbar vor sich sah? Sofort gruben sich tiefe Falten des Nachsinnens in die blasse Stirn vom Mischblut - Man konnt' ihm doch die Illusion nicht nehmen, oder? Aber welch' Quäl wär's, wenn man nun in die Rolle schlüpfte, in der er sie bereits sah - Und sei's nur, um ihm über diese schweren Minuten hinweg zu helfen und seinen Geist zurück in die hiesige Welt zu holen.. Nein.. Die Entscheidung ist schnell gefällt, wenngleich innerlich Zweifel toben.

"Psst - Ruhig, Ský. Du darfst nicht reden, musst Kräfte sparen! .. Ich .. Ich bin hier, um Dir zu helfen .. Dich .. in dieser Welt zu behalten.." Man hät' sich loben können für den gefund'nen Kompromiss - Immerhin wurd' seine Vorstellung weder ausgehebelt noch bestätigt. Er konnt's Bild weiterhin so sehen, wie er's wollt' .. Wenn er denn Rhianna in ihr erkannte, dann sollt's zumindest für die kommenden Momente so sein. Die Seelensmaragde hatten derweil den verschwomm'nen Blick des Gegenübers gesucht - 's Funkeln mocht' doch helfen, ihm zu zeigen, dass alles um ihn herum noch lebendig war, nicht war? .. Dennoch zuckte da der zierliche Leib voll Unmut zusammen, als er weiter sinnierte .. Engel.. 's Näschen gerümpft, ließ sich das Unwohlsein kaum verstecken, aber .. Seine Sinne waren doch ohnehin vernebelt, nicht? .. So vergingen aber nur wenige Herzschläge, bis erneut Leben in den Gauklerleib kam und man mit der freien Hand unter dem neuen Mantel nach dem Inhalt eines Beutelchens nestelte - Um schließlich erstaunlich frische Kräuter hervorzuzaubern. "Hier .. Schau, das wird Dir helfen die Kälte zu bekämpfen und wieder einen klaren Gedanken zu fassen..", murmelte sie und hielt ihm das Grünzeug doch recht nah' vor die Nase - Einfach um zu verhindern, dass er gänzlich wegdriftete und sich gar nicht mehr in der Welt halten ließ. Denn einen and'ren Weg als die Kräuter wusst' man erstmal nicht, da man wohl kaum die Kraft aufbringen würd' ihn fortzutragen .. Und sei's nur als Stütze zu dienen - Ohne die Hilfe seinerseits gab's nur eine Alternative: Hier ausharren und dem eisigen Wind die Stirn bieten..

30.3.10 18:32
 
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