Gauklerspiele
Der Freigeist

Die Götter haben manchmal wirklich wahnwitz’ge Ideen und sadistische Neigungen. – Sie bestrafen die Menschen, wie es ihnen gerade gefällt, da kann’s egal sein, ob’s fromme Bürger waren oder Mörder. Und wer sich über die Ungerechtigkeiten in diesen Landen aufregen will, der sollte sich zuerst bei den Göttern beschweren, denn jene lebten den Menschen ebenjenes Bild vor… - Heuchlerei, Unterschlagung, kein Wunder, dass die soziale Ungerechtigkeit immer mehr wächst, die Menschen leben auf den Straßen, weil ihnen jegliche Grundlage zum Leben genommen wurde. -. So einst auch dem Spielmann, als sein Vater in den Kerker geworfen wurde, sie enteignet wurden und die Mutter darauf einfach so verschwand, die Kinder sich selbst und ihrem Schicksal überließ. Niemals waren sie wieder gesehen. – Sicherlich, er hat sein Möglichstes getan, um sie alle zu ernähren... Doch was will ein Junge, der gerade erst die 14 Lenze überschritten hat ausrichten? Sie starben ihm unter der Hand weg, waren zu Jung, zu schwach um den Winter zu überleben, ein ebenso harter, wie’s der diesige war. Der Wunsch, hervorgerufen durch all die Erinnerungen, selber einen solchen Tod zu sterben, war groß, doch er wusste selber, dass ihm der Tod verwehrt bleiben würde, bis seine Seele nicht Ruhe gefunden hätte, bis all die Schuldgefühle, der Hass aus ihr gewichen wäre, doch ob das jemals der Fall sein wird? Tief im Inneren weiss er, dass er nie die Ruhe finden würde, die er braucht, ein einsamer Wanderer auf den verschlung’nen Wegen, die niemals ein Ende zu haben scheinen, auf denen ein eiskalter Wind weht, der ihn immer weiter treibt, ihn dazu zwingt, das gesamte Land zu sehen, ob er es nun möchte oder nicht. – Und irgendwann, dann wird es kein Unentdecktes Land mehr geben, der tief versteckte Forscherdrang kann nicht mehr ausgelebt werden, alles wird ihm so vertraut sein. Und dann? Was soll er dann machen? – Wahrlich, dann wird der Tod ihm vielleicht willkommen sein, wenn er nicht von ebenjenen eisigen Wind dorthin getrieben wird. – Von der Quelle bis zur Mündung war sein Leben vielleicht sogar so vorherbestimmt? Einsam und allein, verlassen auf Lebzeiten.

Ein Husten, leis’ und zart, aber trotzdem wirkt es so, als wären Nägel in seine Brust geschlagen, zumindest raschelt so sein Atem danach, seine Lippen sind mit einer Spur von Blut geziert, irrwitzig sieht’s aus, verschlungene Muster, manchmal nur einzelne Tröpfchen. – Doch keineswegs hatte er sich übernommen in diesem Winter, hatte er doch schon so viele zuvor erlebt.. überlebt! – Doch die Erinnerungen, längst vergess’ne Momente haben sich dieses Jahr viel zu oft in seine Gedanke gezwängt, haben seine Psyche geschwächt, letztendlich auch seinen Körper… Selbstvorwürfe von fast verjährten Sachen, Angst und Furcht vor dem Hass der Götter, der noch folgen könnte, auch wenn er nie ein sehr gläubiger Junge war – Trotz der Jahrelangen Ausbildung auf der Domschule. "Generatio praeterit et generatio advenit, terra vero in aeternum stat." Generationen kommen und gehen, die Erde aber ist ewig. Leis murmelt er’s. Seit Ewigkeiten hatte er diese Sprache nicht mehr genutzt, doch kommt sie ihm grad so nah’ vor, wie nicht anderes, fast als wär’s seine Muttersprache. Doch seine Generation, Zumindest Familiär betrachtet war schon gegangen, warum hatte er seine eigene Generation überleben müssen? Die glasigen Augen schauen zu Alathes hinauf, wieder hustet er leis’, die arme schlingt er immer enger um den Körper um Schmerzen zu spüren, denn nur die Schmerzen sagen ihm, dass er noch am Leben ist und nicht schon längst verstorben. „Warum… Warum willst du mich in der Welt behalten? Ihr alle seid gegangen? Warum wird’ ich bestraft und muss… muss ohne euch hier bleiben?“

Langsam werden die von der Kälte steifen Finger ausgestreckt, auch wenn er zuerst ein paar Mal daneben greift, so hat er dann doch irgendwann die Kräuter in seiner Hand. Er führt sie an die Nase, reibt sie sogar zwischen den Händen kurz, dann atmet er einmal tief ein um den Geruch wahrzunehmen. – Die Augen hat geschlossen und irgendwie erinnert ihn die Zusammenstellung an den erdigen, angenehmen Geruch, den seine Mutter immer ausgeströmt hat, wenn sie im Kräutergarten war. Ein leises Seufzen dann, ohne vorwarnung, rollen ihm einige Tränen über das Gesicht. Es tut so weh an sie zu denken, an sie alle, an seine Familie. Er will wieder ihre nähe, ihre Wärme spüren. – Wieder der Blick zur ‚Schwester’ hinauf… „Ich will hier weg, es ist… so kalt… Mir ist so… kalt.“ haucht er leis’.

7.4.10 20:32
 
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