Gauklerspiele
Feuertanz

Das Leben vom Glauben an Übersinnliches beherrscht, welches sich jeglicher Sinneseindrücke entzog: Man bekam's nie zu Gesicht. Konnte es weder riechen, noch schmecken. Kein Laut ging von ihnen aus, der sich nicht nur innerhalb der Köpfe abspielte. Und fassen - Vertrocknetes Holz konnt' man spüren, eis'gen Wind fühlte man auf der Haut, aber die Götter - Nein. 's waren einzig Interpretationen der Völker, die gewisse Dinge als Omen anerkannten .. Der Götterhauch .. Die Strafe des Himmels .. Doch was war's in Wirklichkeit? Die Natur! .. Jeglicher Gedanke an Götterwerk rief beim Mischblut nur ein verächtliches Schnaufen hervor. Natürlich hatten auch die Elfen ihre Bilder dahingehend, verehrten in verschiedenen Regionen unterschiedliche Wesen - Doch sie alle waren im Endeffekt nur eines: Die Welt, die Natur, in ihrer reinsten, unberührtesten Form. Hinzu kam, dass man nicht beim Völkchen in den Wäldern aufgewachsen war, sondern einzig bei der Mutter - Und jene hatte sich vom Glauben abgewandt, kaum dass die Familie sie verstoßen hat'. 's Weiblein hatte sich für ihr Kind entschieden und damit den Pfad verlassen, der ehrbar und rechtens war - Und auch nur das an den Nachwuchs weitergegeben, was ihrer Ansicht nach notwendig war. Götter gehörten nicht dazu - 's Schicksal vielleicht doch. Denn wir wär's sonst zu erklären, dass man nun ausgerechnet zu dieser Zeit das Stadttor erreicht hat'? Konnt' ein Zufall so weit gehen? Oder war's doch beeinflusst von and'rem, was sich nicht definieren ließ, da es dies schlichtweg nicht wollte. Ebenso wenig fassbar, wie es sich mit den sogenannten Göttern verhielt - Oder war's letztlich doch dasselbe? ..

Keine Zeit für derlei Überlegungen, da man einmal mehr mit der Realität konfrontiert wurd' - In diesem Falle jedoch dankbar dafür. Denn so konnt' man rettend das Händchen ausstrecken und vielleicht auch etwas bewirken .. Anders als beim Dunkelhaarigen, den man da vor wenigen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes vom Marktplatz aufgelesen hat' - Und der nichts als Misstrauen ans Tageslicht brachte .. War man so wenig vertrauenserweckend? Verflucht! Wieder diese Frage.. Ein kräftiges Schnaufen entfuhr dem Mischblut, während sie mit beinah' ohnmächtig angespannten Gesichtszügen das schwache Gegenüber musterte und die Äuglein doch gleichermaßen vor Leben nur so sprühten - Als wenn sie diese Energie weiterleiten und anstecken wollten. Er musst' es schaffen .. Er war stark, dass hatte man gesehen! Denn er war Spielmann - Und wer konnt' wohl auf dieser Welt glücklich sein, wenn das fahrende Volk bei kaltem Wetter wie die Fliegen starben? Man brauchte sie .. Sie alle .. Jeder von ihnen einander, selbst wenn man unbekannt war und keine Namen wusst' - Das Vertrauen war zumindest bei ihr sofort da. Es stand außer Frage, was sie tat und wie sie zu handeln hatte.. So rümpft sich's Näschen leicht und angestrengt lauscht man den fremdartigen Worten .. Das Latein kann nicht zugeordnet werden, denn man war nie in den Genuss eines Schulbesuchs gekommen.. Unbekannt sind die Worte, ergeben keinen Sinn und malen ihr nur noch mehr Besorgnis ins Antlitz - Denn dass man ernsthaft an seinem momentanen Geisteszustand zweifeln konnt', stand wohl außer Frage.. Umso erleichtert ist's Mischblut deshalb über die darauffolgenden Worte .. Verständlich, wenn auch nicht klar .. Doch zumindest ließ sich daraus Hoffnung schöpfen und hoffentlich auf verbale Weise weitergeben: "Das ist keine Strafe.. Sondern eine Chance! Siehst Du's nicht? .. Die Herausforderung, die Deinen Pfad pflastert und die Dich am Ziel reich belohnen wird - Vielleicht auch durch's Wiedersehen von Menschen, die Du längst verloren glaubtest.." Ein ehrliches, zuversichtliches Lächeln zeichnet sich auf dem Lippenpaar des Gauklermädchens ab und soll die Wärme vermitteln, die er so dringend benötigt..

Im nächsten Moment wird wieder nach seiner Hand gegriffen, bevor die Finger der eig'nen, and'ren sanft über seine Wange fuhren. Man sah die Tränen dort, das Blut an seinen Lippen und dies alles trieb die eig'nen Gedanken zur Eile. Sie durfte keine Zeit mehr verlieren, wenn beiderlei nicht bald gefrieren sollt'. "Ja, ja .. Kannst Du aufstehen? Ich helfe Dir.. Ich werd' nicht von Deiner Seite weichen - Werd' ein Stückchen Frühlingsgrün für Dich finden." Mehr als ein Flüstern ist's Stimmchen nicht, während man auch noch die zweite seiner Hände ergreift und 's eig'ne Gewicht sacht verlagert - Um sich im nächsten Moment hochdrücken zu können und ihn mit sich zu ziehen, sollt' er zumindest ein wenig Unterstützung übrig haben .. Denn zu schwach ist auch's Mädchen, um ihn allein zu heben und zu stützen..

13.4.10 20:20
 
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