Gauklerspiele
Feuertanz

Wieder diese Sprache .. Wieder ein Indiz mehr dafür, dass ihn in diesen Momenten nichts anderes befallen hat als der Wahnsinn .. Es zerreißt dem Rotschopf fast das Herz, einen Gauklerbruder in diesem Zustand zu sehen - Und sei man sich noch so fremd. Letztlich teilte man ein Schicksal - Der ausschlaggebende Punkt mochte zwar überall anders sein, sich gar deutlich voneinander unterscheiden, aber meistens war's doch ein einschneidendes Schicksalserlebnis, das die Wesen auf die Spuren des fahrenden Volks schickte .. Und man diesem Weg folgte, bis zum bitt'ren Ende. Jenes sollte hier nicht sein - Darauf würd' man Brief und Siegel geben. Man hatte dem and'ren etwas zu verdanken, wenngleich dieser davon sicher nichts wusste .. Aber mit ihm hatte man seit jenem Erlebnis zum ersten Mal wieder zusammen Musik gemacht - Und damit hatte er von Vornherein einen Stellenwert beim Mischblut, der ihr erst in diesen Momenten selbst richtig klar wurd'. Besorgnis ist's deshalb einzig und allein, die ihre Züge gefangen hält und sich auch nicht von Erschöpfung verscheuchen lässt, als man da schließlich das Gewicht des Spielmanns so deutlich spürt. Nein, man würd' sich von der Vorstellung beflügeln lassen - Man hatte ihn doch nicht umsonst gefunden! Um ihn jetzt hier dahinvegetieren zu lassen? Zuzusehen, wie die Kälte und das Wetter ihm den Rest gaben? Niemals .. Dafür war man zu hartnäckig und zu sehr verwoben mit seinem schlechten Gewissen, das Flucht und Verdrängung ja nicht einmal im Ansatz zugelassen hätte. Man wollte helfen und das tat man nun auch - Hoffentlich erfolgreicher, als es sich momentan in des Gauklermädchens Köpfchen abspielte.

Ein leises Ächzen verließ das Lippenpaar, doch um derlei Empfindungen nicht noch mehr Nährboden zu geben, war's alsbald etwas and'res, was vom Stimmchen geformt wurd': Leis erklang eine Melodie, in summender Manier - Deshalb nicht allzu laut und vielleicht auch nicht zuordbar, aber es waren melancholisch-fröhliche Klänge, die sicher auch den vernebelten Geist erreichten. So huschte der Blick immer wieder zurück zum Antlitz des Pfeifers - Auf seine Worte hin erwiderte man vorerst nichts mehr. Er würd's eh vergessen - Ihr nicht krumm nehmen, wenn man nun schwieg .. Wusst' er ja nicht einmal, wer sie eigentlich war! Für's Schwesterchen wurd' man gehalten, das hatte man ja mittlerweile erkannt .. Und so war ja beschlossen worden, diese Rolle anzunehmen, um ihm zu helfen .. Denn der Himmel würd' weinen, sollte hier und heut' ein Spielmann zugrunde gehen - Dutzende Menschen würden ihr Lachen verlieren, denn diesen Freudenboten durft' doch eigentlich nichts passieren. Skeptisch sind dennoch die Blicke der Stadtwachen, als man langsam aber sicher durch's Tor schreitet - Jedoch sparen sie sich Worte auf und lassen beide Gaukler passieren. Argwohn mag da im Antlitz des Mischbluts tanzen, doch man hatte keine Zeit sich damit zu beschäftigen .. Im Köpfchen rotierten die Gedanken - Es rauchte hinter der Stirn, denn: Wohin mit ihm? ..  Man besaß noch ein paar Goldstücke .. Geschenke vom Rotschopf .. Und - Ja, wie ließen sie sich besser anlegen als zum Schutz eines Seelenverwandten? Schnell ist also der Entschluss gefasst und aller Blicke zum Trotz wird mit dem and'ren die Tavernengasse angesteuert. Ein Bett musste her, denn für einen Heiler würd's wohl kaum reichen .. "Gleich haben wir's geschafft, Ský. Du wirst sehen - Ein Feuerchen, eine heiße Suppe und ein wenig Schlaf, dann bist Du ganz schnell wieder auf den Beinen!" Hoffnung muss da ausgesprochen werden - Für ihn, doch auch für sich .. Glaubte man selbst denn daran? Ja! .. Immerhin - Was wär' er für ein Wandersmann, ließe er sich von einer einfachen Erkältung von den Füßen holen? Er schaffte das .. Dessen war man sich sicher..

Seiner Hilfe sei Dank erreicht man dann auch tatsächlich bald die Schenke - Keine bestimmte, man kannte sich dahingehend in Fargoth noch nicht allzu gut aus.. Aber eine Liegestatt würden sie schon übrig haben, sodass der Spielmann alsbald in eine solche verfrachtet wurd' - Und's Mischblut mit einer Mischung aus Erleichterung und Hilflosigkeit verharrt .. Nicht wissend, wie man nun am besten vorgehen sollt', da man ihm das Stückchen Privatsphäre nicht nehmen wollt' - Ihn aber auch nicht allein lassen konnt'!

13.5.10 14:46
 
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