Gauklerspiele
Der Freigeist

Das fahrende Volk.. All jene mehr oder weniger seltsamen Gestalten, die sich vereint haben, um ihre Wege und Tage gemeinsam zu erleben. Eine Gemeinschaft, wie man sie wohl selten sonst kennt. Freiheitsliebender als alles andere und trotzdem ist jeder für den anderen da; niemand wird eingesperrt und doch kehren diejenigen, die einmal die Luft jener Gefilde gerochen haben, immer zu ihnen zurück. Was mit dem Spielmann wär’, wenn’s jene Vereinigung nicht gegeben hätte? All jene Musikanten, Gaukler, Quacksalber, Artisten und Schauspieler? Es hätte ihn nie den langen Weg aus seiner Heimat hierher getrieben... Und just in diesem Moment hätte er dem Windhauch, der sich so fürsorglich um ihn kümmert, auch viele Sorgen erspart… - Na, wenn sie davon mal keine Falten bekommt, es schadet dem hübschen Antlitz nur!

Sicherheit.. Wärme.. Sanft dringen diese Worte ans Spielmannsohr. Zuerst weiss er nicht, ob er ihnen wirklich glauben schenken soll, denn wo ist das schon hundertprozentig vorhanden? Aber er friert nicht mehr, was sicherlich ein Vorteil ist, nicht? Er nickt nur, beginnt sie mit verschlafenen und immer noch fiebertrunkenen Blick zu mustern. Aber ja, es geht ihm schon besser, wesentlich sogar. Die spröden Lippen öffnen sich leicht, weil er sich bedanken möchte, doch kommt zuerst nichts über seine Lippen, dann wurde er von seiner Retterin auch schon unterbrochen… Er weiss, was sie sagen will und er kann’s ihr auch nicht vorhalten, aber trotzdem wundert’s ihn leicht, dass sie sich doch Sorgen zu machen scheint. Sie kennen sich doch kaum, haben erst einmal zusammen zum Tanze aufgespielt.. Doch diesen Tag hat er nicht vergessen, denn es war sein erster in diesen Landen, sodass es immer etwas Besonderes bleiben wird. Umso interessanter, dass sich die Wege erneut kreuzen, als wär’s vorherbestimmt, als hätte das Schicksal etwas geplant mit ihnen. – Es ist, als sie sich umdreht, da legt er ihr die Hand auf die Schulter, sodass sie nicht wegrennen kann, er hält sie fest, so sehr das mit der Kraft eines kranken Mannes halt geht. „Warte…“ meint er, dann rappelt er sich leicht auf, er setzt sich hin. Währenddessen rutscht sein Arm von ihrer Schulter, sodass er bald darauf ihre Hand in den seinen hält. „Wer auch immer du bist, Windhauch..“ kommt es nun, nachdem er sich viele Male geräuspert hatte, schon zusammenhängender über die Lippen, doch seine Stimme klingt immer noch sehr kratzig und belegt. „.. Danke, dass du mich hierhergebracht hast.“ – Kleine Pausen zwischen den Wörtern, sodass er sich sammeln kann, bleiben trotzdem nicht aus… Doch dann lässt er sie erstmal ziehen, die Suppe holen, doch die nächsten Worte liegen schon auf seiner Zunge. Er würde ihr antworten auf diese Fragen, wenn sie wieder da wär’, doch wirkte sie –soweit ein fiebertrunkener aus ausmachen konnte- etwas verwirrt, aber eher über sich selbst.

So wartet er, sortiert die Wörter in seinem wirren Kopf, bis er denkt, dass er die richtigen für sie finden wird. Ja, sie hat’s verdient zu erfahren, was er da gemacht hat.. Schließlich hatte sie alle Müh’, ihn hierherzubringen. Er wartet.. Und als die Tür aufgeht, schaut er sie aufmerksam an… „Ich habe hier niemanden… Deshalb war ich allein.“ – Ja, das stimmt.. Er ist ein Einzelgänger, der keine Gauklertruppe noch Freunde in der Stadt hat… „Es gibt.. außerhalb der Stadt im Wald eine zerfall’ne Hütte… Sie diente als meine Unterkunft.“ – Doch ewig hält man’s auch nicht in einer zugigen Holzhütte im Winter aus… „Ich weiss.. Ich hätte..“ flüstert er leis’. „Aber du warst da… Dafür steh ich für immer in deiner Schuld.“ .. Er räuspert sich, dann hustet er, sodass es seinen gesamten Körper durchschüttelt und ein schmerzverzerrter Ausdruck auf dem Gesicht liegt. „Sag mir, wie ich mich bedanken kann.“

7.8.10 22:22
 
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